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Comics
Comics, von manchen Leuten eher belächelt, sind für mich eine der höchsten Formen der Literatur. Ein Comic kann auf 60 Seiten die gleiche Story erzählen, wie ein Roman auf 300 Seiten. Der Zeichenstil beeinflusst das Erscheinungsbild eines Comics wesentlich mehr als der Schreibstil des Schriftstellers ein Buch.
Die erforderlichen Fähigkeiten des Zeichners beschränken sich nicht allein auf sein zeichnerisches Talent - vielmehr muss er durch geschickte Abläufe in und zwischen den Panels für Bewegung sorgen, obwohl eine Zeichnung doch immer nur eine Momentaufnahme ist. Die Herausforderung besteht darin, aus statischen Bildern eine Art Film zu konstruieren, in dem dem Leser die Statik garnicht mehr auffällt.
Sicherlich ist das Lesen eines Comics einfacher, als das eines Romans. Und ja, die Vorstellungskraft des Lesers wird weniger gefordert, weil die Bilder ja vor ihm liegen, und nicht erst in seinem Kopf entstehen müssen. Aber genau hier liegt auch der Vorteil - viele Dinge lassen sich einfach besser erzählen und verstehen, wenn man dazu Bilder benützt (Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!).
Vielleicht sind Comics eine Abhilfe gegen die Leseunwilligkeit vieler Kinder. Denn wer Comics liest, ist eher bereit, auch mal ein "richtiges" Buch in die Hand zu nehmen - und sei es nur, um mehr über einen Sachverhalt zu erfahren, der in einem Comic erzählt wird. Sicherlich ist Asterix keine genaue Darstellung der Römerzeit, aber doch ein Einstieg in die Geschichte.

Nachfolgend präsentiere ich meine Lieblingscomics, jeweils mit ein paar weiterführenden Links zum Thema.
Spirou & Fantasio

Die Comicserie Spirou und Fantasio beschreibt die Abenteuer der beiden Freunde Spirou (in der Uniform eines Hotelpagen unterwegs) und Fantasio (einem Reporter). Die Serie wurde in den 40er Jahren von Andre Franquin übernommen. Nach den ersten Versuchen erschien mit "Der Zauberer von Rummelsdorf" die erste längere Geschichte, in der mit dem Grafen Rummelsdorf auch der erste wiederkehrende Charakter eingeführt wurde. Es folgten viele weitere - Stephanie, Zantafio, Zyklotrop und natürlich Gaston und das Marsupilami. Die letzten beiden erhielten später ihre eigenen Comic-Serien.

Ende der 60er-Jahre gab Franquin die Serie an Fournier ab, mittlerweile wird sie von Tome und Janry gezeichnet. Mit persönlich gefallen nur die Franquin-Alben, die späteren können weder von den Geschichten noch vom Zeichenstil her mithalten.

Die Comics sind sehr detailiert und schön gezeichnet. Besonderes realistisch zeichnete Franquin Autos und Flugzeuge - wenn ich ein schönes Bild einer Citroen DS suche, schlage ich "Der Plan des Zyklotrop" auf. Dieses Album ist für mich auch von der Geschichte her das beste Spirou & Fantasio-Album überhaupt.

Ganz besonders an Spirou & Fantasio gefällt mir der Humor. Absolutes Highlight ist da sicher das Album "Champignons für den Diktator".Wenn ich nur eine Comic-Serie auf dieser Welt lesen dürfte, es wäre Spirou und Fantasio.

Links:
  • Spirou Eine Seite zu den Figuren der Comics und Franquin.
  • Spirou Beschreibt die Entwicklung des Comics.
  • Spirou
  • Spirou et Fantasio World Zwei umfangreiche französische Seiten. Die zweite Seite hat auch eine detailierte Beschreibung der beiden Turbo von Spirou & Fantasio.
Gaston

Parallel zu Spirou & Fantasio begann Franquin mit der Arbeit an Gaston, um ihn später ausschliesslich zu zeichnen. Inhalt ist der Alltag des chaotischen Assistenten Gaston im Carlsen-Verlag. Hierbei handelt es sich nicht um lange Geschichten, sondern kurze (meist einseitige) Strips, jedoch mit wiederkehrenden Themen. Der Humor ist so chaotisch und abgedreht, dass man manchmal lachend vom Stuhl fällt.

Links:
  • Gaston Eine Seite zu den Figuren der Comics und Franquin.
Blake & Mortimer

Blake ist Mitglied des britischen Geheimdiensts, sein Freund Mortimer Wissenschaftler. In dieser in den 40er und 50er-Jahren spielenden Serie dreht es sich um die Abenteuer der beiden, die nicht selten verhindern müssen, dass ein Schurke die Weltherrschaft an sich reisst. Edgar P. Jacobs vermischte dabei Elemente von Krimi und Science Fiction, gepaart mit einem absolut detailversessenen und realistischen Zeichenstil. Durch die ausgefeilten Stories sind die Alben für mich schon mehr Romane als einfach nur Comics. Mein Favorit ist dabei die erste Geschichte, der zurzeit leider nicht erhältliche dreibändige "Kampf um die Welt".

Jacobs zeichnete insgesamt nur elf Alben, und liess die letzte Geschichte nach dem ersten Teil unvollendet. Glücklicherweise konnten Zeichner gefunden werden, die Jacobs Stil fortführen, so dass jetzt wieder neue Alben erscheinen.

Links:
Donald Duck

Zu Donald Duck muss man sicherlich nicht viel sagen. Aber vielleicht zu seinem herausragendsten Zeichner - Carl Barks. Der machte Donald nicht nur zum Hauptdarsteller der Disney-Comics (vorher war Mickey Mouse ja Alleinherrscher), sondern erfand dazu viele der heute nicht mehr wegzudenkenden Charaktere, allen voran Dagobert Duck und Daniel Düsentrieb. Dazu sind seine Geschichten erste Sahne (viele unterscheiden sich durch ihre Länge und ausgefeilte Story deutlich vom üblichen Comic Strip), und besonders die späteren Geschichten schön gezeichnet.
Das hat Barks in Deutschland zum beliebtesten Disney-Zeichner überhaupt gemacht. Dieser Erfolg liegt sicher auch an der genialen Übersetzung von Erika Fuchs. Barks kann man beruhigt auf Deutsch lesen, durch die Übersetzung ging nichts verloren, im Gegenteil. Mittlerweile sind die Geschichten gesammelt in der "Barks Library" erschienen. Unglücklicherweise hat der gute Barks aber an die 7200 Seiten Comics gezeichnet, so dass man viel Geld investieren muss, um zu einer kompletten Sammlung zu kommen.

Links:
Tim & Struppi

Tim und Struppi (franz.: Tintin et Milou), gezeichnet von Herge, ist schon lange ein Klassiker. Die Alben waren Vorbild für viele andere Comiczeichner. Sie zeichnen sich aus durch klare, detailierte und realistische Bilder sowie spannende Geschichten. Hauptdarsteller ist der Reporter Tim, der von seinem Hund Struppi begleitet wird. Als Nebendarsteller treten Kapitän Haddock, Professor Bienlein und viele andere wiederkehrende Charaktere auf.

Tim und Struppi ist auch insofern ein wegweisender Comic, als es sich dabei um Krimi- und Abenteuergeschichten handelt, die trotz ihres ernsten Themas (z.B. Einmarsch der Japaner in China) nie den nötigen Humor vergessen. Ein Muß für jeden Comic-Fan.
Interessant zu wissen ist vielleicht, dass Herge ältere Alben nochmal umgezeichnet hat, um z.B. Autos und Flugzeuge an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg anzupassen.

Links:
  • Tim und Struppi Ausführliche Seite zum Tim und Struppi und Herge, leider etwas unübersichtlich
  • Tintin-Fan Fan-Seite (trotz des französischen Namens auf Deutsch), mit Kurzbeschreibung aller Alben
Calvin & Hobbes

Calvin and Hobbes, gezeichnet von Bill Watterson, ist ein relativ junger Comicstrip, der von 1985 bis Anfang 1996 in vielen Tageszeitungen lief. Inhalt ist das Leben des sechsjährigen Chaoten Calvin, dessen bester Freund sein Stofftiger Hobbes ist. Die Strips begeistern durch abgedrehten, aber auch tiefsinnigen Humor (Calvin und Hobbes philosophieren gerne, während ihr Wagen auf einen Abgrund zurast). Was Watterson in einem Strip mit drei Bildern verpackt, ist wirklich erste Klasse.

Links:
Peanuts

Die Peanuts sind der Klassiker unter den Comic Strips. Die Abenteuer von Charlie Brown und seinen Freunden erschienen jahrzehntelang in allen Tageszeitungen der USA. Beliebtester Charakter ist dabei Charlie Brown's Hund Snoopy, der in die unterschiedlichsten Rollen schlüpft - Schriftsteller, Eishockeyspieler u.v.m.. Seine beste Rolle ist die als Jagdflieger im ersten Weltkrieg, auch wenn ihm seine Hundehütte immer wieder vom Roten Baron durchlöchert wird.

Links:
Asterix

Asterix ist wahrscheinlich der bekannteste Comic in Deutschland. Für manche Comic-Fans ist dieser Mainstream-Comic deshalb vielleicht nichts Tolles. Meine Meinung ist, dass es durchaus sehr gute Alben gibt (z.B. Asterix als Legionär, Tour de France), aber auch eher schlechtere (z.B. die neueren Bände). Auf jeden Fall immer ein lustiger Comic, vielleicht nicht mit dem Tiefgang oder der Rafinesse anderer Comics, aber doch gute Unterhaltung.

Links:
Lucky Luke

Was für Asterix gilt, gilt auch für die Abenteuer des Cowboys Lucky Luke und seines Pferdes Jolly Jumper: weit verbreitet, mit guten und weniger guten Alben. Als besonders lesenswert fällt mir spontan "Stacheldraht auf der Prärie" ein, aber das ist sicher nicht der einzige gute Band. Lustig sind besonders die Anspielungen auf die Geschichte des Wilden Westens (Billy the Kid, Calamity Jane u.v.a.), weshalb dieser Comic auch ein bisschen Geschichte Amerikas vermittelt.

Links:
  • Lucky Luke Fan-Seite mit einigen interessanten Informationen.
  • Lucky Luke Liste der Alben und Links zu weiteren Seiten.
Allgemeine Comic-Links

COMICS
Web-Comics
Spirou und Fantasio
Blake und Mortimer
SPIROU UND FANTASIO
Am anderen Ende Angst
Der Zauberer von Rummelsdorf
Eine aufregende Erbschaft
Die Entführung des Marsupilami
Aktion Nashorn
Champignons für den Diktator
Der doppelte Fantasio
Das Versteck der Muräne
Tiefschlaf für die ganze Stadt
Goldminen und Gorillas
BLAKE UND MORTIMER
Der Papyrus des Manetho
Die Kammer des Horus
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