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Solitude
Bis 1965 hatte Deutschland neben der Nürburgring-Nordschleife eine zweite große Naturrennstrecke: die Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart. Ab 1903 wurden hier Rennen gefahren, anfänglich Bergrennen, später dann Rundstreckenrennen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Strecke auf acht bis zwölf Meter Breite ausgebaut, womit sogar Formel 1-Rennen möglich wurden. Der Rundenrekord stammt daher auch von Jim Clark auf einem Lotus Formel 1.
Die mangelnde Sicherheit sorgte für das Ende des Rennbetriebs ab 1966. Statt Auslaufzonen gab es nur Bäume und Zuschauerplätze. Bei den mittlerweile erzielten Geschwindigkeiten waren die Risiken einfach zu hoch.
Die Strecke ist auch heute noch fast komplett erhalten und dient als öffentliche Straße. Der Zeitnahmeturm und die Boxenanlage stehen noch, das ehemalige Fahrerlager dient heute dem ADAC als Verkehrsübungsplatz. Start und Ziel befindet sich oben links bei "Glemseck", die Strecke wurde gegen den Uhrzeigersinn befahren.



Auf der Karte (Ausschnitt aus TK 25 7220, Stuttgart-Südwest) ist der heute befahrbare Teil der Solitude rot hervorgehoben. Blau markiert ist der aufgeforstete Teil.

Wer mal in der Nähe von Stuttgart mit dem Auto unterwegs ist, sollte mal eine Runde auf der Solitude drehen. Auf der Autobahn A8 Stuttgart-München nimmt man die Ausfahrt Leonberg und fährt Richtung Stuttgart. Vor dem Zeitnahmegebäude (erkennbar an der Mercedes-Benz-Aufschrift) biegt man rechts ab. Es folgt ein langes Bergaufstück. Dann kommt man vorbei an dem Streckenteil, der nicht mehr erhalten ist, fährt geradeaus bis zur Ampel und biegt links ab. Jetzt fährt man auf dem ehemals schnellsten Streckenteil, das letzte Stück vorbei an Büsnau zur Rechten. Am Ende der Geraden kommen die beiden Schatten-Kurven, die früher bei den Rennen von Tausenden von Zuschauern besetzt waren. Nach der engen Linkskurve, der ehemals langsamsten Stelle der Strecke, geht es in Schlangenlinien entlang der Glems zurück zu Start und Ziel.

Viele Informationen und Bilder gibt es bei Solitude-Memorial.
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