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Chevrolet

Chevrolet hatte eine Menge guter Muscle Cars, das Topmodell dabei natürlich "America's only true sportscar", die Corvette. Der Camaro war der größte Gegner des Ford Mustang, und wird heute noch hergestellt. Von der Chevelle gab es eine Version mit 450 PS - der stärkste Motor, der je in ein Muscle Car eingebaut wurde (na ja, die Dodge Viper hat inzwischen auch so viel, und zwar als Netto-Leistung). Und Yenko baute eine Nova-Version, die keine Versicherung mehr versichern wollte... Mit dem 57er Bel Air mit dem Fuelie-Motor der Corvette und den Impalas mit 409-Motor hatte Chevrolet auch die ersten Autos, die man als Muscle Cars bezeichnen kann.
Camaro

1967 brachte Chevrolet den Camaro, die Antwort auf den Ford Mustang. Die Top Version war der "SS", was für "Super Sport" steht. Die Einstiegsmotorisierung war ein 350er mit 295 PS, die Top-Motorisierung der 396 L78 mit 375 PS. Der 396 L35 mit 325 PS war für 0-60mph in sechs Sekunden und die Viertelmeile in 14,5 Sekunden gut. Außerdem gab es ein RS (Rally Sport) Packet, das ausschließlich das Styling veränderte, und mit dem SS-Paket kombiniert werden konnte. 1968 blieben die Motoren im wesentlichen gleich, bis auf den 396 L89 mit Aluminium-Zylinderköpfen und 375 PS.

1970 bis 1972 wurde ein neu gestyltes Modell produziert.Der schon seit 1967 produzierte Z28 bekam einen 350er mit 360 PS, aber der SS blieb der Camaro mit Big Block. Schon 1971 begann die Leistungsreduzierung, 1972 war der Camaro SS in Kalifornien sogar nicht mehr im Verkauf.

Der heißeste Camaro war der von 1967 bis 1969 produzierte Yenko 427 Camaro. Don Yenko, ein Chevrolet-Händler in Pennsylvania, baute den 427er L72 mit 435 oder 450 PS in den Camaro ein. Diese Autos schafften es mit Drag-Reifen und offener Abgasanlage in die 11-Sekunden Zone auf der Viertelmeile. Über die gebaute Stückzahl ist man sich nicht sicher - die Schätzungen reichen von 50 bis über 200 Fahrzeuge. Deshalb sind die Fahrzeuge sehr wertvoll, sechsstellige (Dollar-) Beträge muß man schon investieren!
Chevelle

Die 1964 eingeführte Chevelle war das neue Mittelklasse-Modell von Chevrolet. Die angebotenen Motoren waren zuerst eher brav, aber als Pontiac den 389er im Tempest (welcher dann GTO hieß) anbot, und Oldsmobile mit dem 400er im 4-4-2 nachzog, mußte auch Chevrolet mit den Konzernschwestern mitziehen, so daß Mitte des Jahres zwei 327er mit 250 und 300 PS angeboten wurden. 1965 wurden 201 Chevelle Z16 mit dem 396er gebaut. Im Jahr 1966 kam dann eine neue Chevelle. Die Chevelle SS ("Super Sport") hatte den 396er mit 325 oder 360 PS (1966) bzw 350 PS (1967). Top-Motorisierung war der L78 mit 375 PS, was 0-60 mph in 6,4 Sekunden und die Viertelmeile in 14,9 Sekunden möglich machte. Die Produktionszahlen waren recht hoch - 1966 liefen 72.272 Stück, und 1967 63.006 Chevelle SS vom Band.

1968 und 1969 wurde wieder eine leicht veränderte Chevelle produziert (die meisten US-Hersteller änderten alle zwei Jahre ihre Modelle, mit kleinen Veränderungen wie Farben und Ausstattung jedes Jahr), die auch wieder als SS erhältlich war, und zwar mit den gleichen Motoren wie 1967. 1969 kam noch ein 396er mit Aluminium-Zylinderköpfen (L78/89) dazu, sowie der nur in 358 Exemplaren produzierte 427er, die zum Großteil, wenn nicht alle, für Don Yenko gebaut wurden, der sie in seine Fahrzeuge einbaute.

Von 1970 bis 1972 wurde die letzte echte Muscle-Chevelle gebaut, und zwar als SS-396 und SS-454. Mitte 1970 wurde der 396er durch einen 402er ersetzt, damit ausgestattete Fahrzeuge hießen aber weiterhin Chevelle SS-396. Die SS-454 wurde eingeführt, um mit Mopar mithalten zu können. Die LS-5 Version hatte 360 PS, die LS-6 mit 450 PS war der stärkste Muscle Car-Motor der 60er und 70er Jahre. Inzwischen hat die Dodge Viper GTS auch 450 PS - allerdings Nettoleistung, also ein Stück mehr als die 450 Brutto-PS der Chevelle SS-454 LS-6. 1972 sanken auch bei der Chevelle die Motorleistungen deutlich.
Corvette

Die Corvette wird gerne als "America's only true sportscar", Amerikas einziger echter Sportwagen, bezeichnet. Für mich ist die Corvette deshalb kein echtes Muscle Car, aber weil sie in fast allen Muscle Car-Bücher drin, und einfach ein tolles Auto ist, habe ich sie doch auf meiner Seite.
Seit Mitte der 50er Jahre wurde das erste Corvette-Modell produziert - hinten mit Starrachse! Top-Motorisierung war der 327er mit Benzineinspritzung. Die 1962er Corvette (das letzte Baujahr des ersten Modells) wog gerade mal 3080 Pfund, also knapp 1400 kg. Ein VW Golf II wiegt nur 900 kg, aber für ein US-Auto war die Corvette verdammt leicht. Auch die späteren Modelle waren immer an die 1000 Pfund leichter als sonstige Muscle Cars mit vergleichbarer Leistung, weshalb es eigentlich nichts schnelleres als die Corvette gab. Der Gewichtsvorteil kommt unter anderem daher, daß die Corvette eine Karosserie aus GfK hat.

1963 bis 1967 wurde die zweite, als "Stingray" bekannte Generation der Corvette gebaut. Das Styling war revolutionär. Bis 1965 wurde der Motor mit Benzineinspritzung gebaut, aber im April 1965 kam der 396er, so daß der "Fuelie" ab 1966 nicht mehr gebaut wurde. Fuelie-Corvettes waren zwar zu ihrer Zeit der absolute Hammer (375 PS aus 327 cu.in. machten den Motor zum ultimativen Small Block), aber die Benzineinspritzung ist etwas heikel und mit einer Menge Probleme behaftet.
1966 kam der 427er Big Block, den es 1967 in vier Versionen gab: L36 mit 390 PS, L68 mit 400 PS, L71 mit 435 PS, und der nur 20mal gebaute Rennmotor L88, dessen Leistung zwar mit 430 PS angegeben wurde, der aber annähernd 600 PS leistete! Seltenster Motor war der ZL-1, die 45 kg leichtere Aluminium-Version des L88. Zwei Corvettes wurden mit diesem Motor verkauft, wobei vor einigen Jahren der Wert eines Fahrzeugs auf US$ 500.000 geschätzt wurde. Der Neupreis lag bei ungefähr US$ 10.000 - und damit mehr als doppelt so hoch wie der eines Hemi-befeuerten Mopar.

1968 kam wieder ein neues Modell, daß sich lange halten sollte. Auch hier war der 427er der Top-Motor. Ab 1971 gabs auch den 454er aus der Chevelle SS, aber die Motorleistung war runter auf 425 PS aufgrund der geringeren Verdichtung. Die nächsten Jahre verliefen eher unspektakulär, aber die vierte Generation (C4) machte wieder von sich reden - die ZR1 wurde von 1990 bis 1995 gebaut. Die wohl beste, aber auch teuerste Corvette, die je gebaut wurde, mit 375 bzw. 405 PS (ab 1993) aus einem Aluminium-350er. Erreicht wurden Zeiten von 4,3 Sekunden von 0 auf 60 mph und eine Höchstgeschwindigkeit von 178 mph (285 km/h). Ganz nett, oder?

Was macht die Corvette heute? Die mittlerweile sechste Generation ist nicht mehr so ganz Amerikas einziger Sportwagen - oder ist die Dodge Viper etwa kein Sportwagen? Ein paar Daten zur 2005er Corvette: Der 6L-V8 leistet 404 DIN-PS. Beschleunigung 0-100 km/h in 4,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 300 km/h. Grundpreis: 61.450 Euro! Ein echtes Sonderangebot verglichen mit einem Porsche oder Ferrari. Ein vergleichbar leistungsfähiger Porsche 997 Carrera S kostet etwa 85.000 Euro. Auch vom Handling her braucht die Corvette keinen Vergleich zu scheuen, nur die Innenraumanmutung und die Verarbeitungsqualität bleibt amerikanisch.
Nova

Anfang der 60er Jahre verkaufte sich Ford's Falcon gut, der Corvair von Chevrolet dagegen weniger. Deshalb gab es für den kompakten Chevy II Nova ab 1963 ein SS-Paket mit Zusatzinstrumenten, elektrischer Uhr, edlerem Lenkrad, Sportsitzen und Radkappen, sowie anderem Innen- und Außendekor.
1966 wurde der Nova gründlich überarbeitet, und mit dem 327er mit 350 PS angeboten. Das war eine Menge Leistung für das kleine Auto! Der Ende 1967 eingeführte Nova zweiter Generation ähnelte im Aussehen mehr der Chevelle. Ab 1968 gab es im Nova SS den 327er mit 275 PS, den 350er mit 295 oder 325 PS und den 396er mit 350 oder 375 PS. Letzterer sorgte für 0-60 mph in sechs Sekunden und 14 Sekunden auf der Viertelmeile! Das war ein Kompaktwagen! 1969 verschwand der 327, es blieben beide 396 und ein 350er, jetzt mit 330 PS. 1970 hatte der 350er 300 PS, die 396er waren nur noch als Sonderbestellung lieferbar. Für den 71er Nova SS gab es nur noch den 350er mit 270 PS, was dem leichten Auto immer noch zu guten Fahrleistungen verhalf.

Der heißeste Nova wurde von Don Yenko gebaut. Gemäß der Devise "leichtes Auto + großer Motor = schnell" wurde der 427er mit 425 PS aus der Corvette in den Nova eingebaut. Nach 30 umgebauten Fahrzeugen war aber auch schon wieder Schluss, weil keine Versicherung bereit war, ein so extremes Auto zu versichern. Laut Don Yenko wurden für 0-60 mph weniger als 4 Sekunden benötigt. Ein Yenko Nova mit überarbeiteten Ein- und Auslaßkrümmern und Rennslicks brachte eine Zeit von 10,91 Sekunden auf der Viertelmeile.
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