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Ford

Auch Ford hat einen Platz in der Muscle Car-Geschichte sicher, denn der Mustang begründete das Segment der "sports compacts", besser bekannt als "Pony Cars". Zu Muscle Car-Zeiten war der Mustang auch das Aushängeschild von Ford, hatte es aber, rein was die Leistung betraf, schwer gegen andere Marken. Deshalb griff Ford auf Carroll Shelby zurück, aber dazu später mehr. Auf den Dragstrips und den NASCAR-Strecken waren deshalb vor allem der Fairlane und später der Torino unterwegs.
Fairlane

Das 1966/67er Modell des Fairlane ist durch seine übereinanderliegenden Scheinwerfer (ganz wie der Pontiac GTO) leicht zu identifizieren. Das Modell für Muscle Car-Fans ist der GT bzw. GTA (mit Automatik). Standardmotor war der 390er mit 315 PS. Wenige wurden mit dem 427er gebaut, für den sogar der Motorraum des 66er Modells entsprechend konstruiert wurde! Da der 390er keine Chance gegen andere Autos (wie z.B. Hemi-motorisierte Mopars) hatte, war es für Ford sehr wichtig, einen anderen starken Motor zu haben. Das gelang, die Fairlane 500 und 500XL mit dem 427er räumten auf den Dragstrips und den NASCAR-Kursen auf. Deshalb wurden sie schnell in andere Klassen verbannt, wo sie nicht so dominieren konnten. 1967 beschwerte sich Dodge, so daß auch bei NASCAR-Rennen die Fairlanes gehandicapt wurden.
Mustang

Am 17. April 1964 stellte Ford den Mustang vor. Der wurde zum ersten Pony Car und zu einem riesigen Verkaufserfolg. Zur Feier des ersten Geburtstages führte Ford am 17. April 1965 das GT-Paket ein. Der Mustang machte zwar so schon einiges her, aber basierte eben nur auf dem perisgünstigen Falcon. Für das GT-Paket mußte der Käufer auch einen V8 bestellen, zu dieser Zeit der 289er mit 225 oder 271 PS. Im GT-Paket enthalten waren vordere Bremsscheiben, verchromte Doppelendrohre, ein neuer Grill mit eingebauten Nebelscheinwerfern und ein neues Armaturenbrett. Auch 1966 war das GT-Paket erhältlich und wurde insgesamt in recht großer Stückzahl produziert.
Ford merkte allerdings schnell, daß bei Rennen mit dem Mustang nicht so viel zu holen war. Der 289er mit 271 PS verhalf dem recht leichten Auto zwar zu ordentlichen Fahrleistungen, aber für Rennen war das einfach nicht genug. Deshalb wendete man sich an Carroll Shelby, der mit Ford-Motoren schon die AC Cobra gebaut hatte. Das Ergebnis war der GT 350 mit offiziell 306 PS, eng gestuftem Vierganggetriebe, besserem Fahrwerk, ohne Rücksitz, Zusatzinstrumenten und Fiberglas-Motorhaube.
36 Stück wurden als GT 350 R gebaut, wobei das R für Rennen steht. Es handelte sich dabei um den GT 350 mit einer ganzen Reihe an Modifikationen für die Rennstrecke wie Überrollbügel und Feuerlöscher. Damit konnte man direkt auf die Rennstecke gehen. Der GT 350 R gewann 1965, 66 und 67 die SCCA B-Meisterschaft gegen die Corvette.
1966 gab es für den GT 350 auf Wunsch auch Rücksitze, Automatikgetriebe und andere Farben als weiß, sowie einen Kompressor, der jedoch nur in wenige Exemplare eingebaut wurde. Einen besonderen Platz in der Geschichte haben die 936 für die Autovermietung Hertz gebauten GT 350H. Für 17 Dollar pro Tag konnte man einen mieten, und mehr als einmal waren gemietete GT 350H auf Rennstrecken zu sehen.

1967 kam die zweite Mustang-Generation. In das vergrößerte Auto paßte jetzt auch der 390er mit 320 PS. Das GT-Paket (GTA bei Automatikgetriebe) war weiterhin für die V8-Modelle erhältlich. Der Paketinhalt entsprach im wesentlichen dem der beiden vorherigen Jahre. Auch für 1968 änderte sich nicht viel, nur die Bezeichnung GTA verschwand wieder. Der neue 302er war erhältlich, und für kurze Zeit auch ein 427er. Im April 1968 kamen dann der 428 Cobra Jet und Super Cobra Jet. EIn '68 1/2 Mustang GT Super Cobrajet 428 Ram Air (so der vollständige Name) brauchte 5,9 Skeunden von 0-60 mph und 13,5 Sekunden für die Viertelmeile bei 106 mph. 1969 war das letzte Jahr für das GT-Paket.
Auch das neue Modell war als Shelby GT 350 erhältlich, 1967 wieder mit dem 289er, 1968 dann mit dem 302er mit 250 PS. Top-Modell war der GT 500. Der hatte den 428er mit 355 PS (1968 360 PS), ein paar hatten auch den 427er. Mitte 1968 kam auch hier der 428 Cobra Jet, dessen Leistung mit 335 PS eindeutig zu gering angegeben wurde. 375 bis 400 PS waren näher dran. Derart ausgestatte Fahrzeuge hießen GT 500KR, wobei KR für "King of the Road" steht.

1969 kam wieder ein neues Mustang-Modell, und die Auswahl an leistungsstarken Modellen war groß.
Da war der Mustang CJ 428 mit dem 428 Cobra Jet-Motor, der 1969 und 1970 gebaut wurde. Für Trans Am-Rennen war ein Motor bis maximal 5 Liter Hubraum erforderlich, weshalb Ford 1969 und 1970 den Mustang Boss 302 mit dem 302er mit 290 PS baute. Der Boss 302 gewann 1970 auch die Trans Am-Meisterschaft.
Der Mustang Mach 1 war das in größeren Stückzahlen produzierte leistungsstarke Modell. Basismotorisierung war der neue Windsor 351er mit 250 PS, der auch mit 290 PS zu haben war (für gerade mal 26 Dollar Aufpreis). Außerdem gabs den 390er mit 320 PS, den 428 Cobra Jet und dessen Ram-Air Version.
1970 änderte sich nicht viel, bis auf den Cleveland 351er mit 300 PS anstelle des Windsor mit 290 PS.
Stärkster, teuerster und heute wertvollster Mustang ist jedoch der Mustang Boss 429. Um den 429er und den Torino Talladega für NASCAR zu homologieren, mussten sowohl vom Motor, als auch vom Auto je 500 Stück gebaut werden. Anstatt aber 500 Torino Talladega mit dem 429er zu bauen, wurden diese mit dem Windsor 351 gebaut, und der 429er in den Mustang eingebaut. Die Motorleistung wurde mit 375 PS (zu niedrig) angegeben, in zwei Jahren wurden knapp 1400 Mustang Boss 429 gebaut.
Die 69er und 70er Shelby Mustangs hatten mit den normalen Modellen nicht mehr viel gemeinsam, und da mit den Boss-Modellen der Bedarf an leistungsstarken Mustang gedeckt war, war 1970 das letzte Jahr für die Shelbys.
1971 wuchs der Mustang wieder. Es gab den Boss 351 mit dem Cleveland-Motor, sowie den Mach 1 mit Cobra Jet und 302er-Motorisierung.

Auch heute wird der Mustang noch produziert. Zum Modelljahr 2005 wurde der Mustang komplett überarbeitet und auf "Retro" gestylt. Der V8 leistet 300 SAE-PS, die Preise dafür beginnen bei knapp 26.0000 US-Dollar. In Deutschland wird das Auto nicht offiziell angeboten, es gibt aber Importeure, bei denen die Preise für den V8 bei etwa 35.000 Euro beginnen.
Torino

1968 war der Torino das sportliche Modell bei Ford, es gab ihn wie den Mustang als GT. Serienmäßig war der 302er, optional waren der 390er sowie in der ersten Hälfte des Jahres der 427er und danach der 428 Cobra Jet. Ausserdem gab es einen Torino Cobra mit dem 428 Cobra Jet Motor. Für 1969 änderte sich nicht viel.
Eine Sonderversion war 1969 der Torino Talladega für NASCAR-Rennen, der eine vorne abgeschrägte Motorhaube hatte, um die Aerodynamik zu verbessern. Das funktionierte so gut, daß Dodge zu drastischen Mitteln (dem Charger Daytona) greifen musste, um mithalten zu können.
1970 und 1971 wurde ein neues Modell produziert, bei dem der Torino Cobra das Topmodell war. Motorisiert war er mit dem 429er. Der GT hatte den 302er, war um einiges günstiger und verkaufte sich deshalb deutlich besser. Der Torino Cobra sollte auch das NASCAR-Auto werden, aber da die Torino Talladegas des Vorjahres schneller waren, fuhren die meisten Teams mit den alten Autos.
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